Rezension: Amy Ewing – Das Juwel (Die Gabe)

Amy Ewing – Das Juwel (Die Gabe)

Als ich das Buch mit seinem unvergleichlichen Cover in der Buchhandlung sah, musste ich es einfach haben. Allein die Farbgebung und dann noch die kleinen Glitzerpartikeln.. ja, ich war hin und weg.

Auch auf zahlreichen Bücherseiten habe ich gelesen, wie toll das Buch ist. Darum bin ich wahrscheinlich – wenn auch ungewollt – mit hohen Erwartungen an das Buch herangegangen. Und leider muss ich sagen, dass ich doch etwas enttäuscht wurde.

Das Grundgerüst der Geschichte ähnelt dem vieler Bücher, die in der letzten Zeit auf den Markt gekommen sind. Es geht um die Einzige Stadt, die von einer Mauer umschlossen ist, um von dem dahinter liegenden wilden Meer geschützt zu sein. Die Stadt ist in fünf Kreise aufgeteilt. So gibt es beispielsweise den Sumpf, in dem die armen Menschen leben. Der Sumpf gehört zum äußersten Kreis und aus ihm kommen die meisten Arbeiter. Dann gibt es noch den Schlot, die Farm, die Bank und letztendlich das Juwel. Das Juwel stellt das Zentrum der Einzigen Stadt dar und dort leben die Adligen.

Vor Jahren wurde beschlossen, dass die Adligen selbst keine Kinder mehr gebären sollen, wohl aber Leihmütter damit beauftragen können. Als man dann herausgefunden hat, dass einige Mädchen aus dem Sumpf besondere Fähigkeiten besitzen – die so genannten Auspizien – begann man, sie auf diese Möglichkeit hin zu testen. Geeignete Kandidatinnen werden ihren Familien entrissen und kommen beispielsweise nach Southgate, einer Verwahranstalt, in der die Mädchen zu so genannten Surrogaten ausgebildet werden.

Surrogate werden bei einer Auktion von Adligen ersteigert und dann als deren Eigentum gehalten. Sie müssen gehorchen, sonst werden sie bestraft. Und sie dienen nur einem einzigen Zweck – die sollen die Kinder der Reichen gebären.

Ich finde das Grundgerüst dieser Geschichte sehr ausgefeilt und die tollen Grafiken, die sich in dem Buch finden und den Aufbau visualisieren, sind sehr gelungen. Jedoch empfinde ich den Grundgedanken als sehr grausam. Dass dort Menschen verkauft und gequält werden und nicht mal mehr ihre Identität wahren können, sondern nur noch eine Nummer sind, finde ich schon wirklich heftig und meiner Meinung nach auch grenzwertig.

Durch das ersschreckende Grundgerüst empfand ich beim Lesen kaum eine Szene als schön, da sich die Grausamkeit doch über das gesamte Buch erstreckte.

Die Protagonistin Violet finde ich sympathisch. Sie ist mutig und bereit, für Menschen, die sie sehr ins Herz geschlossen hat, einzutreten. So beispielsweise für ihre beste Freundin Raven, die sie in der Verwahranstalt kennengelernt hat. Ihre Zofe Annabelle und die Zofe der Fürstin, Lucien, habe ich sehr ins Herz geschlossen. Sie sind auf ihre Art und weise liebenswürdig und vertrauensvoll und erwecken den Eindruck, dass es in dem kühlen System noch einen Schimmer von Wärme gibt.

Der Sohn der Herzogin – Garnet – sorgt für Leben und Erheiterung im Rahmen der Geschichte. Er rebelliert nicht nur durch seine Trinkerei, sondern durch sein ganzes Auftreten gegen diese Herrschaftsstrukturen und sorgt somit ebenfalls für Menschlichkeit.

Nach circa der Hälfte des Buches taucht plötzlich Ash auf, ein Gefährte. Zwischen ihm und der Protagonistin Violet entwickelt sich eine Liebesgeschichte. Meiner Meinung nach ist diese Geschichte aber wenig authentisch. Ash tritt wie aus dem Nichts auf und bereits nach der ersten Begegnung und den ersten drei Sätzen ist Violet völlig aus dem Häuschen und mehr als nur unendlich verliebt. Es entwickelt sich alles meiner Meinung nach viel zu schnell, was die Authentizität der Liebesgeschichte irgendwie schmälert. Ich finde sogar, dass zumindest der erste Band diese Liebesgeschichte garnicht gebraucht hätte..

Das Ende war spannend und kam sogar mit einer kleinen Überraschung daher. Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Reihe weiterlesen werde. Sicherlich sehen es viele auch anders, aber ich bin eher zartbesaitet und die Geschichte war mir alles in allem einfach zu grausam. Darum gebe ich dem Buch leider nur 2 von 5 Sternen.

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