Rezension: Colleen Hoover – Love and Confess

Colleen Hoover – Love and Confess

Nach der Reihe um Will und Layken war dies das nächste Buch, das ich von Colleen Hoover gelesen habe. Das Cover und auch der Titel „Love and Confess“ weckten sofort meine Neugier. Durch die Farbgebung und den damit entstehenden Kontrast zwischen weiß und pink wirkt das abgebildete Gesicht wie ein Kunstwerk, was perfekt zum Inhalt des Buchs passt.

Der Titel ermöglicht dem Leser Rückschlüsse auf den Inhalt. Er verrät eine Liebesgeschichte, weist aber gleichzeitig auch auf Geständnisse hin, denen innerhalb der Geschichte eine tragende Rolle zukommt.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen der junge Maler Owen und die 20-Jährige Auburn. Ihre Geschichte wird dabei abwechselnd aus beiden Perspektiven erzählt, wodurch dem Leser der EInblick in beide Gedankenwelten gewährt wird. Das ist vor allem deshalb wichtig, weil beide Protagonisten Geheimnisse mit sich tragen, von denen der jeweils andere zunächst noch nichts weiß.

Auburn verlor als 15-jähriges Mädchen ihre erste große Liebe Adam, der aufgrund einer Krankheit verstorben ist. 5 Jahre nach seinem Tod zieht Auburn nach Dallas, dem Ort, an dem Adam damals gestorben ist. Der Umzug ermöglicht es ihr, näher an Adams Mutter und dessen Bruder Trey zu leben, die gemeinsam Auburns und Adams Sohn groß ziehen, da Auburn das Sorgerecht als junges Mädchen an Adams Mutter überschrieben hat. Nun will sie vor Gericht ziehen und das Sorgerecht für ihren Sohn wiederbekommen.

In ihrer schwierigen Zeit trifft sie auf den Maler Owen. Er hat an seiner Gallerie einen Briefkasten angebracht, in den Menschen Geständnisse werfen können, die Owen dann malerisch umsetzt, wenn sie ihn inspirieren. Für seine neue Ausstellung sucht er dringend eine Assistentin. Zufällig kommt Auburn vorbei und ergattert prompt den Job. Dabei beginnt es schon zwischen den beiden zu kribbeln und sie verbringen einen schönen Abend zusammen.

Zu ihrem nächsten Date erscheint Owen jedoch nicht, weil er wegen illegalen Drogenbesitzes festgenommen wird. Und zwar von Trey, dem Bruder von Adam, der seit längerem ein Auge auf Auburn geworfen hat und in Owen einen Konkurrenten wittert.

Über Auburn erfährt man als Leser leider nur sehr wenig. Man weiß, dass sie ihre große Liebe verloren hat, dass sie ein Kind hat und um das Sorgerecht kämpft. Warum sie damals genau das Sorgerecht an Adams Mutter überschrieben hat, wieso ihre Eltern wirklich nicht bereit waren, ihr aufgrund von eigenem Stress nicht unter die Arme zu greifen und welche Rolle die Eltern heute in ihrem Leben spielen, das erfährt man nicht. Ihre Persönlichkeit tut sich dem Leser nur durch ihre aktuellen Handlungen auf. Mir fehlte jedoch Hintergrundinformation, mehr Information über ihr Leben, um mich genauer in sie hineinfühlen zu können.

Von Owens Familiengeschichte hingegen erfährt man etwas mehr und das ermöglicht es dem Leser, mit ihm mitzufühlen. Doch auch er wird meiner Meinung nach viel zu oberflächlich gezeichnet. Des Weiteren empfand ich die Geschichte für zwei so junge Protagonisten nicht passend. All die Geschehnisse, die dort aufeinandertrafen, hätten sich meiner Meinung nach glaubwürdiger erzählen lassen, wären die beiden Hauptcharaktere zehn Jahre älter gewesen. Die beiden schwankten zwischen jugendlichem Leichtsinn und zu erwachsenem Verhalten, was meiner Meinung nach eben nicht altersgerecht war. Der Realitätsbezug fehlte mir außerdem bei der Entwicklung der Liebesgeschichte als solche. Es ging zu schnell, die Protagonisten brauchten grade mal drei Treffen, um sich unsterblich ineinander zu verlieben.
All diese Faktoren verwehrten mir die Identifikation und trotz vieler spannender Ideen und schöner Momente konnte mich die Geschichte mit ihren Figuren nicht vollständig überzeugen.

Die Geschichte als solche hat meiner Meinung nach aber ein unwahrscheinliches Potential. Eine Mutter, die um das Sorgerecht ihres Kindes kämpft, eine Liebesgeschichte, die aufgrund von äußeren Umständen unter einem schlechten Stern steht, bei der man jedoch spürt, dass die beiden Liebenden auf eine sehr tiefgründige Art und Weise verbunden sind, und ein böser und gewalttätiger Charakter, der mit allen Mitteln versucht, die Beziehung zu verhindern und die Frau an sich zu binden. All das hat Potential eine große Geschichte zu erzählen. Aber nur mit meiner Meinung nach älteren Protagonisten, mehr Hintergrundinformationen und kantigeren Charakteren.

Der Schreibstil der Autorin war es größtenteils, der mich zum Weiterlesen animierte. Locker, leicht, humorvoll und nah an der Person und an ihren Gefühlen, das hat mir sehr gefallen.

Das Buch ist etwas für Fans von Colleen Hover und eignet sich, um es an wenigen Tagen durchzulesen. Leider fehlten mir viele der oben genannten Aspekte und deshalb vergebe ich nur 3 von 5 Sternen.

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