Rezension: Ka Hancock – Tanz auf Glas

Ka Hancock – Tanz auf Glas

Ka Hancock hat mit ihrem Roman „Tanz auf Glas“ zu einem ganz besonderen Tanz eingeladen. Zu einem Tanz, der über Trauer, Angst, Schicksalsschläge, Hoffnung und die ganz große Liebe schwebt. Der Leser flaniert mit Lucy und Michael Chandler über ihren liebevoll zusammengekehrten, glitzernden Scherbenhaufen, der alle Facetten des Lebens ausstrahlt.

Mit Lucy lernt der Leser eine Protagonistin kennen, die vom Schicksal gebeutelt scheint, doch niemals die Hoffnung aufgegeben hat. Ihre Mutter hat sie durch Brustkrebs verloren, ihr Vater wurde erschossen und sie selbst erkrankte schon einmal an Krebs. Trotzdem steht sie auf, lacht, liebt das Leben und all die Menschen aus der kleinen Stadt, in der sie lebt und die ihr eine Familie sind. Die Liebe zu ihren beiden Geschwistern ist rein und bedingungslos. Eine inspirierende Geschwisterbeziehung tut sich dem Leser auf, die ihn nicht mehr loslassen wird. Was ich Lucy nie vergessen werde, ist, dass sie mich gelehrt hat, keine Angst vor dem Tod zu haben. Ihre Art und Weise, mit eben diesem umzugehen, ist unfassbar tröstlich und schenkt Mut.

Ihr Glück scheint perfekt, als sie Michael Chandler kennenlernt. Ein junger, charmanter, gut aussehender und humorvoller Mann. Auf den ersten Blick scheint er perfekt – doch auch er hat ein großes Päckchen zu tragen. Er leidet an einer bipolaren Störung. Hancock schenkt dem Leser mit Michael tiefe Einblicke in das Leben eines Menschen, der an einer bipolaren Störung leidet. Es wird gezeigt, wie er sich zu Zeiten der Manie und zu Zeiten der Depression fühlt und welche Achterbahn der Gefühle er Tag für Tag erlebt.

Beide zusammen eröffnen dem Leser eine Welt voller Hingabe und bedingungsloser Liebe. Diese Beziehung lehrt nur noch einmal mehr, den Menschen anzunehmen, wie er ist, ihn zu akzeptieren und ihm Respekt zu zollen. Denn diese Aspekte scheinen das Rezept für das unfassbare Glück einer Liebesbeziehung auszumachen.

Beide haben beschlossen, keine Kinder zu bekommen. Um diesem ein vermeindlich schweres Schicksal zu ersparen – die Möglichkeit auf eine Krebserkrankung und einen Vater, der an einer bipolaren Störung leidet. Als dann aber das beinahe Unmögliche geschieht, und Lucy trotz Sterilisation schwanger wird, nehmen sie ihr Glück an und werden doch gleich wieder vom Schicksal erschüttert. Es beginnt ein Reise ins Ungewisse, die so viel Freude, aber auch so viel Leid birgt.

Mit jeder Zeile verliebt man sich mehr in die Protagonisten, in ihre Geschichte und ihren so dynamischen, von Leidenschaft geprägten Tanz. Das Buch trifft den Leser tief, auf eine sehr positive Weise. Es berührt, denn es schmerzt, es ist traurig, es ist ungerecht und doch ist es auch unfassbar schön, voller Liebe, Hingabe und Hoffnung und unfassbar tröstlich. Es erfordert Mut, sich an diese Geschichte zu trauen. Eine Geschichte, die nicht fernab von der Realität, sondern sehr nah an ihr dran ist. Doch wer sich traut, der wird es nicht bereuen und diese Geschichte sein Leben lang nicht vergessen.

Ich danke Ka Hancock für diesen außergewöhlich berührenden Tanz auf Glas!

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