Meine wahre Hass-Liebe!

Hallöchen ihr Lieben :-),

Wenn ich mich so auf Instagram und Facebook umschaue, frage ich mich – wer hat dieses Buch noch nicht gelesen? Gesuchtet? Geliebt? Gehasst? Ich glaube, die meisten würden ihre Faszination für dieses Buch als eine wahre Hassliebe bezeichnen. Ich auch? Ich glaube schon. Denn zwischenzeitlich dachte ich mir nicht nur einmal – pack das Buch weg, irgendwie nervt es dich, der Schreibstil ist umgangssprachlich und salopp – klar, es passt zum Buch, aber manchmal nervt es mich schlichtweg – und dann passiert wieder irgendwas, wo ich mir denke: DU KANNST DAS BUCH NIEMALS JETZT AUS DER HAND LEGEN! Der Suchtfaktor, von dem alle reden. Da hat er auch mich gepackt und irgendwie überwiegen diese Stellen dann doch. Dennoch würde ich sagen, dass es für mich nur ein durchschnittlich gutes Buch war.

Um welches Buch es sich handelt? Es geht um „Paper Princess“ von Erin Watt.

Unbenannt

Und darin geht es um Ella. Die taffe Ella, mit einem Leben, das man so eigentlich keinem jungen Mädchen wünscht. Der Vater? Den kennt sie nicht. Die Mutter? Nach einem Krebsleiden verstorben. Und Ella? Ella schlägt sich als Tänzerin durch, in einem Nachtclub und versucht so über die Runden zu kommen. Tagsüber also Schule, nachts Tanzen. Ellas Leben scheint also nicht gerade dem eines Bilderbuches zu entspringen. Deshalb ist es kaum verwunderlich, dass sie eher schroff auftritt, sie erscheint abgeklärt und macht es einem als Leser nicht gerade leicht, sich mit ihr zu identifizieren geschweige denn mit ihr zu sympathisieren. Doch der erste Eindruck täuscht. Man sollte ihr eine Chance geben und sie näher kennenlernen, ein Blick hinter die Fassade zeigt: man kann sie irgendwie verstehen, also warum sie so ist wie sie ist. Und manchmal sogar auch ihre Handlungen. Ich meine, wer von uns könnte sagen, was er alles tun würde, um ein relativ gutes Leben zu führen, wenn man eigentlich nicht viel hat? Im Laufe des Romans hat sie sich für mich sogar zur Sympathieträgerin entwickelt. Einfach, weil sie eine so komplexe Romanfigur ist, mit Ecken und Kanten, und das gefällt!

Eines Tages steht dann Mister Royal bei ihrem Direktor in der Schule und erklärt ihr, dass er ihr Vormund ist. Als Freund ihres Vaters, der vor einiger Zeit gestorben ist. Ella ist skeptisch und mal ehrlich, wer wäre das nicht? Da steht plötzlich ein steinreicher Mann – der auch noch den Namen Royal trägt, ich weiß ja nicht – in ihrer Schule und bietet ihr eine Aussicht auf ein besseres Leben. Da fragt man sich schon, ob es da nicht irgendwelche Falltüren gibt. Dass sich am Ende gleich fünf vor ihr auftun, damit hat Ella dann aber wohl auch nicht gerechnet. Fünf Falltüren in Form von jungen Männern, einer attraktiver als der andere, am attraktivsten dann wohl der unnahbare und undurchschaubare Reed. Die Söhne von Mister Royal. Reed ist der Typ geheimnisvoll, derjenige, bei dem das Mädchen noch an den guten Kern glaubt und hofft, die harte Schale knacken zu können. Eigentlich prototypisch für das Genre. Ein gebrochener junger Mann. Er hat etwas erlebt, was es ihm schwer macht, zu lieben und zu vertrauen. Und genau das ist es, was mich an diesem Roman stört – die Prototypen. Sicherlich sollte ich das bei diesem Genre erwarten, aber irgendwie war es mir diesmal zu viel. Nichtsdestotrotz habe auch ich mich dabei erwischt, wie ich dennoch mitgefiebert habe, auf die Momente gewartet habe, wo es endlich mehr als nur knistert. Und ich fand es toll, war süchtig danach und bin durch die Seiten geflogen, weil ich stets auf den nächsten Augenblick gewartet habe. Weil mir die Spielchen zwischen den Royal-Brüdern und Ella gefallen haben, spannend, aufregend, geheimnisvoll. Und zum Ende hin dann aber leider doch nicht so, dass ich sofort in die Buchhandlung stürmen und mir Band 2 kaufen muss. Der kann noch warten, denke ich.

Und während ich das hier so schreibe wird mir immer mehr klar: ich hasse liebe dieses Buch. Es stört mich und stört mich nicht, regt mich auf und regt mich auch nicht auf. Irgendwie spricht es ja auch für das Buch, das es mich so aufwühlt, oder? Dennoch würde ich es euch nur bedingt empfehlen wollen. Wenn es euch nicht stört, mit Prototypen konfrontiert zu werden, mit einer Geschichte, die spannende neue Elemente hat, im Kern aber doch die Alte des Genres ist, dann wäre es wahrscheinlich etwas. Man fliegt durch die Seiten, definitiv ist es ein unterhaltsames Buch. Aber mehr irgendwie auch nicht.

Uff.. ich weiß gar nicht mehr, wann ich zuletzt eine so kritische Rezension verfasst habe. Darum würde ich mich wahnsinnig freuen, wenn ihr Lust habt, euch mit mir in den Kommentaren über das Buch auszutauschen. Wie war euer Leseeindruck? Seht ihr es vielleicht genauso oder doch ganz anders? Ich würde es gerne erfahren!

Eure

scriptina.regular

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12 Kommentare zu „Meine wahre Hass-Liebe!

  1. Genau das war auch mein Gefühl, als ich das Buch in der Buchhandlung in der Hand hatte, dass es eine Hassliebe werden würde.
    Ich will ja jedem Buch ne Chance geben, andererseits rege ich mich dann auf und möchte es zeitlich gar nicht; weil die Story gut ist. Ganz seltsam 😀

    Und tolle Rezension.
    Ich denke, Ich werfe es mir trotzdem kaufen, um zu gucken, ob ich recht hatte mit dem Gefühl.

    Liebe Grüße,
    Anna

    Gefällt 1 Person

  2. Ja irgendwie gibt es diese Bücher, die man im Buchladen sieht und bei denen man sofort spürt, was sie mit einem machen werden. Ich streife zurzeit immer um Band 2 und 3 herum.. eigentlich will ich sie nicht lesen. Andererseits will ich doch wissen, wie das ganze ausgeht. Es ist einfach schrecklich 😀 Falls du es lesen solltest… möchte ich uuuunbedingt wissen, ob sich dein Gefühl bestätigt!

    Liebe Grüße 🙂 ,
    Alina

    Gefällt mir

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